Nun ist es offiziell: Die Entwickler des populären MMOs EVE Online gaben bekannt, dass sie an einer Umsetzung des World of Darkness-Universums (WoD) arbeiten -- als MMO, natürlich. Die US-amerikanische Dependance der isländischen Firma Crowd Control Productions (CCP) bestätigte dies in einer Pressemeldung: World of Darkness has a rich history of over 18 years of creative development and is now the basis of one of CCP's major virtual world projects.
Die Heimatschmiede von WoD ist die US-amerikanische Rollenspielfirma White Wolf Inc., die im Jahr 2006 von CCP als eigenständige Firma übernommen wurde. Bereits seinerzeit wurde auf dem jährlichen EVE-Online-Fanfest in Reykjavík (Island) angekündigt, man arbeite an einem Konzept für diese Umsetzung: Conceptualization and early development has begun to bring White Wolf's World of Darkness, one of the world's strongest gaming properties, into the online world.
Doch erst jetzt, drei Jahre nach dieser schon damals spektakulären Ankündigung, scheint Bewegung in das Projekt zu kommen.
Auch auf der offiziellen Website des Staates Georgia, USA findet sich eine Notiz über die Firmenansiedlung des US-amerikanischen Hauptquartiers von CCP und dessen aktuellem Spieletitel in Entwicklung: Iceland-based game developer and publisher CCP Games has established its North American headquarters near Atlanta in Stone Mountain, Ga. CCP's titles include the massively multiplayer online game Eve Online™ and future MMOG, World of Darkness™.
Welche Rassen, Klassen oder Kreaturen spielbar sein werden, ist noch völlig unklar. WoD beherbergt ja die unterschiedlichsten Wesen wie zum Beispiel Vampire, Werwölfe, Dämonen und Magier. Die drei Kernregelwerke des Rollenspiels sind ganz klar Vampire: The Requiem, Werewolf: The Forsaken und Mage: The Awakening. Diese WoD-Troika erschien in den Jahren 2004 und 2005. In den folgenden Jahren brachte White Wolf pro Jahr einen weiteren Titel auf den Markt: Promethean: The Created (2006), Changeling: The Lost (2007), Hunter: The Vigil (2008) und (hoffentlich) in diesem Jahr Geist: The Sin-Eaters. Ob und wie weit diese Folgebände in das kommende MMO einfließen werden, steht noch in den Sternen.
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Dokumentarfilme im Kino sind rar -- die wenigen, vor allem aus den USA bekannten dokumentarischen Werke, die es in neuerer Zeit auch in die deutschen Kinos schafften, sind z.B. Michael Moores Bowling for Columbine (2002) oder Morgan Spurlocks Super Size Me (2004). Über kurz oder lang war zu erwarten, daß auch das Thema MMO(RPG) aufgegriffen und in einer für das Kino adäquaten Dokumentation bearbeitet wird.
Second Skin heißt der am vergangenen Freitag in den USA gestartete Dokumentarfilm von Juan Carlos Piñeiro Escoriaza. Uraufgeführt wurde er bereit im März 2008 auf dem South by Southwest Music Conference and Festival (SXSW). Diesen Sommer fand der Film einen Verleih und kommt nun zunächst in die US-amerikanischen Kinos.
Im Film geht es hauptsächlich um amerikanische MMO-Spieler und -Spielerinnen. Er widmet sich drei unterschiedlichen Gruppierungen von Leuten: vier männlichen World of Warcraft-Spielern, einem Paar, das sich über Everquest 2 kennengelernt hat und einem Onlinespielsüchtigen, der seinem Leben einen neuen Sinn gibt.
Während der Zuschauer verfolgt, wie sich die drei Gruppen von MMO-Spielern verändern und weiterentwickeln, kommen immer wieder Spieledesigner und Spielewissenschaftler wie Nick Yee und Edward Castronova zu Wort. Vor allem Letzterer gibt dem Film einen roten Faden; Castronova erläutert die Faszination, die Vorzüge, den weltökonomischen Einfluss, aber auch die Gefahren von MMOs. Weiterhin wird ein Blick auf die sogenannten 'chinesischen Goldfarmer' geworfen, die interviewt wurden. Ebenso kommt in dieser Dokumentation die Sprecherin einer Selbsthilfegruppe für Anonyme Onlinespielsüchtige zu Wort.
Second Skin kann in voller Länge im Original auch online auf SnagFilms betrachtet werden. Am 25. August 2009 wird er in den USA auf DVD erscheinen. Ob es eine deutsche Synchronisation geben wird und ob der Film auch in Europa für die Kinos einen Verleih finden wird, steht noch nicht fest. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Dokumentarfilm auch in Deutschland ein großes Publikum findet, denn er bereichert sicherlich die einseitig dem Thema MMOs zugewandte Medienlandschaft und sorgt garantiert für neue Denkanstöße -- bei Kritikern wie bei Fans.
Wer ein früheres dokumentarisches Werk Juan Carlos Piñeiro Escoriazas zur Computerspiellegende Richard 'Lord British' Garriott (Spieleerfinder und -entwickler der Ultima-Reihe) sehen möchte, schaut einfach beim Online Broadcasting Networks VBS rein. Es lohnt sich.
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