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[Film-Tip] "Les Aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec"


Art Nouveau, Saurier, lebendige Mumien und eine schöne, weibliche Heldin gehen nicht zusammen? Dann kennt ihr zu wenige französische Filme, den französischen Regisseur Luc Besson nicht und vor allem nicht die frankobelgische Comicserie "Adeles ungewöhnliche Abenteuer" von Jacques Tardi!

Nachdem Luc Besson sich ausgiebig seiner in Frankreich und Spanien sehr erfolgreichen Minimoys-Filmreihe "Arthur et la guerre des deux mondes" kommt dieses Jahr wieder mit dem begabten Jungschauspieler Freddi Highmore als Arthur und Cooper Daniels als sehr junger George Lucas! in die Kinos), drehte er eine Verfilmung der auch in Deutschland beliebten Reihe um die Autorin von Detektivromanen Adèle Blanc-Sec. Bessons neuer Film ist ausschließlich mit französischen Darstellern besetzt; von einigen ist, wie zuvor bereits bei Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz oder Dominique Pinon (mit dem ich übrigens durch Heirat verwandt bin, wie ich neulich erfahren durfte!), zu erwarten, dass sie nach erfolgreichen Premieren in Europa weltweit gebuchte Filmstars sein werden. Die attraktive Hauptdarstellerin Louise Bourgoin ist mit Sicherheit eine solche Kandidatin. gewidmet hat (der dritte Teil

Um euch aber nicht länger auf die Folter zu spannen, hier der erste Teaser:

Der Film spielt in der sogenannten Belle Époque, also der Zeit um die Jahrhundertwende, genauer gesagt im Jahr 1912. Während die junge Reporterin Adèle Blanc-Sec in Ägypten auf Mumienjagd ist, schlüpft im Pariser Naturkundemuseum ein Flugsaurier aus einem 136 Millionen Jahre alten Dinosaurierei und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken.

Teaser Nummer 2:

Seine Premiere hat der Film übrigens am Freitag den 09. April 2010 um 20.00 Uhr in Brüssel auf dem 28. Brussels International Fantastic Film Festival (BIFFF). Dort werde ich mir Bessons neuestes Werk auch anschauen und eventuell erneut an dieser Stelle berichten.

Ich bin äußerst gespannt, wie es dem Regisseur gelungen ist, Jaques Tardis sehr eigene Mischung aus Kolportage und Kriminalgeschichte in einem Kinofilm umzusetzen. Die Adéle-Reihe ist, neben Hergés "Les aventures de Tintin", eine meiner liebsten Comicserien, die ich beinahe jedes Jahr erneut lese und oft genug etwas neues darin entdecken kann.

Tardi schafft mit seiner seit 1976 erscheinenden und bisher zehnteiligen Adéle-Reihe ein kontrafaktisches Comic-Universum, in dass er sogar Figuren und Ideen aus seinen anderen Comics aufnimmt und fortspinnt. Dabei ist Tardi in seiner akribischen Arbeitsweise nicht nur darum bemüht, Orte, historische Personen und Ereignisse anhand von Photographien, Zeitungsausschnitten und zeitgenössischen Schilderungen korrekt abzubilden, es kommt sogar vor, dass er eine Wegstrecke in Paris zu Fuß abgeht, um die Fahrt einer Figur in einem Automobil möglichst realistisch darstellen zu können. Das optische Sahnehäubchen  jedoch ist das ästhetische Vorbild, dem er sich für die Adéle-Reihe verschieben hat: ähnlich dem Fortsetzungsroman, wie dieser sich in den Feuilletons des Fin de siècle fand, gestaltet Tardi seine Comics. Die Figuren sind karikierte Charaktere, die vor einem äußerst realistischen Hintergrund aberwitzig agieren und bizarre Abenteuer erleben.

Um einen kleinen Einblick in Bessons Film und die Comics von Tardi zu bekommen, lohnt es sich unbedingt, folgende Gegenüberstellung zu genießen:

Die von Luc Besson und Pierre-Ange Le Pogam gegründete Filmproduktions- und Filmverleihgesellschaft EuropaCorp hat diesen Zweieinhalbminüter zu Werbezwecken zusammen gestellt.

Wer will, kann sich auch auf der offiziellen Website des Films einmal umschauen. Das dortige Angebot wird in den kommenden Wochen garantiert noch erweitert. Für uns deutsche Kinogänger und Comicfans am Schluss noch ein kleiner Wermutstropfen: Der Film kommt in seiner deutschen Synchronisation leider erst am 30. September 2010 in die Kinos. Bis dahin bleibt uns allen aber noch die Gelegenheit, die Adéles außergewöhnliche Abenteuer noch einmal (oder zum ersten Mal) als Comic zu genießen.

Ach ja, eine Randnotiz für meine Uchronia-Spieler: Natürlich gehören die Adèle-Comics mit zu meinen Inspirationsquellen für Uchronia: Noël Blanc; vielleicht begegnet ihr der smarten Reporterin ja noch!
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"Cthulhu": Unsterbliche Pflanzen


Angeregt von der dreiteiligen Artikelreihe "
Unsterbliche Kunst" des hervorragenden Cthulhu–Mythos-Blogs Omnia exeunt in mysterium und inspiriert durch eine Meldung auf SPIEGEL ONLINE, hier nun ein florales Triptychon cthulhuoider Provenienz.

Zum Verständnis des zugrunde liegenden botanischen und genetischen Phänomens vorab einige hoffentlich allgemeinverständliche Anmerkungen.

Die hier vorgestellten Pflanzen erreichten ihr hohes Alter aufgrund einer pflanzenphysiologischen Strategie, der vegetativen (sprich: ungeschlechtlichen) Vermehrung. Sie sind, für sich genommen, ein Kollektiv genetisch identischer Pflanzen, die unter der Erde beispielsweise über ein Rhizom (Sprossachsensystem, das nicht mit einem Wurzelsystem zu verwechseln ist) verbunden sind oder waren. Dieses Kollektiv wird Genet (griech. geneá 'Abstammung') genannt und bildet sozusagen ein Klonkollektiv (englisch: Clonal Colony). Bemerkenswert dabei ist, dass diese Überlebensstrategie ebenfalls bei Bakterien und Pilzen (!) zu finden ist. (Bei einem positiven Leserecho dazu vielleicht in einem späteren Artikel mehr.)

Angesichts des hohen Alters der hier vorgestellten Pflanzen wurde zusätzlich zur Beschreibung eine kurze erd- bzw. menschheitsgeschichtliche Einordnung vorgenommen. Das begünstigt vielleicht den Zugang zur Bedeutung dieser botanischen Phänomene. Eventuell erleichtert es auch ihre Verwendung durch -- wie es auf Omnia exeunt in mysterium so trefflich heißt -- "inspriationshungrige Spielleiter".



Jurupa-Eiche, Jurupa Mountains, Kalifornien, USA
Alter: ca. 13.000 Jahre

(Das Bild stammt von SPIEGEL ONLINE.)

Die
Jurupa-Eiche ist ein Busch, der zur Spezies Quercus palmeri (auch als Palmer’s Oak bekannt) gehört.
Wissenschaftler haben das Alter des Busches anhand unterschiedlicher Methoden auf etwa 13.000 Jahre festgesetzt. Diese enorme Lebensdauer erreichte das Gewächs durch fortwährendes Klonen. Seine ursprüngliche Art, sich durch Samenbildung (Eicheln) fortzupflanzen, hat die Pflanze über die Jahrtausende eingestellt. Stattdessen nutzt es die in der Region Kaliforniens ebenfalls seit tausenden von Jahren regelmäßig auftretende Buschbrände zur Vermehrung. Sobald ein Buschfeuer das Blattwerk vernichtet hat, sprießen aus dem sehr feuerresistenten Stamm neue, sehr langsam wachsende Triebe.


(Radiointerview mit Jeffrey Ross-Ibarra,
assistant professor of Plant Sciences at University of California, Davis)


Unter anderem mit Hilfe der Dendrochronologie
errechneten Wissenschaftler das Alter (ca. 13.000 Jahre) der kürzlich entdeckten Jurupa-Eiche. Der radikale Klimawandel, der sich seit dem Ende der so genannten "letzten Eiszeit" vollzogen hatte, zwang die Jurupa-Eiche, ihren ursprünglichen Standort zu verändern. Sie überwand in ihrem bisherigen Leben einige Höhenmeter und ist derzeit auf knapp 400 Meter über Normalhöhennull anzutreffen. Geduckt zwischen zwei große Granitbrocken in einer schmalen und steilen Klamm richtet sich das 25 Meter in nördliche Richtung lang gestreckte und 8 Meter breite immergrüne Eichengebüsch knapp 1 Meter in die Höhe. Es trotzt so bereits seit dem Tarantium (Jungpleistozän) (ca. 125.000 bis ca. 10.000 v. Chr.) starken, kalten Winden, Dürren und dem Feuer.

Aus der Sicht der Archäologen stammt die Jurupa-Eiche aus dem Jungpaläolithikum (40.000 bis 9.600 v. Chr.). Durch viele Knochen-, Werkzeug-, und Kultur-Funde ist dieser Zeitabschnitt der eurasischen Altsteinzeit recht gut dokumentiert. Für den nordamerikanischen Kontinent sind vergleichsweise wenige Funde vorhanden. Die nordamerikanische Frühgeschichte kann für diesen Zeitraum aber den Arlington Springs Mann (und die Arlington Springs Frau) vorweisen, dessen Kultur in diesem Zeitraum an der kalifornischen Küste lebte. Diese Paläo-Indianer jagten Mastodonten, Wollhaarmammuts, Kamele, verschiedene Ochsenarten, Säbelzahnkatzen und Riesenfaul- bzw. -gürteltiere. Die Jurupa-Eiche überlebte sie alle. In einem sehr engen Zeitraum vor ca. 10-11.000 Jahren starben mindestens 17 Gattungen der nordamerikanischen Megafauna aus. Ob die in den 1960er Jahren erarbeitete
Bejagungs- bzw. Ausrottungs-Hypothese oder die Klima-Hypothese zutrifft oder ob gar der Asteroideneinschlag vor ca. 12.000 Jahren im heutigen Kanada für das Aussterben der eiszeitlichen Megafauna verantwortlich war, ist bis heute unklar. Fest steht, die Jurupa-Eiche sicherte mit einer simplen wie nachhaltigen Strategie bis heute ihr Überleben.


(Fernsehbericht, KABC-TV, Los Angeles, California)


King's Lomatia, Bathurst Range, Southwest-Nationalpark, Tasmanien
Alter: mind. 43.600 Jahre

(Das Bild stammt von Wikipedia.)

Die King's Lomatia (oder auch King's Holly genannt) ist ein Silberbaumgewächs (zu denen unter anderem auch die Macadamia zählt). Seine einzelnen Rameten („Klongeschwister“), also die kleinste lebensfähigen Einheiten eines Genets, sind zwischen 2 und 8 Meter hohe, recht dürre, meist aufrecht wachsende Sträucher. Das Klonkollektiv besteht heute nur noch aus weniger als 500 Pflanzen, die über eine Fläche von 1,2 Kilometern an einem Hang in den Höhenlagen von 80 bis 280 Metern wachsen. King's Lomatia ist, im Gegensatz zur Jurupa-Eiche, ein Endemit. Umgangssprachlich bedeutet das, dieser Strauch ist einzigartig, er kommt weltweit nirgendwo sonst vor!

Entdeckt wurde Lomatia tasmanica, so ihr botanischer Name, 1934 von dem tasmanischen Pflanzenjäger Charles Denison 'Deny' King (1909-91) im Gebirgszug New Harbour Range. Da der Bestand sich nicht in der Blüte befand, konnten Experten anhand der gesammelten Blätter zwar feststellen, dass es sich um eine bisher unbekannte Art handelte, mehr aber auch nicht. Eine spätere Expedition zum Standort fand den Strauch dann als erloschen vor.

Erst 1965 entdeckte King einen zweiten und bis heute einzigen Standort 5 Kilometer westlich des ersten unweit von Cox Bight im Southwest-Nationalpark. Der genaue Ort wird bis heute zum Schutz der Pflanze geheim gehalten. 1967 endlich konnte die Pflanze dann bestimmt werden. Zu Ehren von Deny King wird sie im Englischen meist King's Lomatia oder King's Holly genannt. Mit einem Parlamentsbeschluss stellte man die stark gefährdete Pflanze 1995 unter Schutz. Bemerkenswert ist, dass bis zum Jahr 2005 über ein Dutzend Rameten der Pflanze an verschiedenen Orten der Welt (London, Tasmanien, Australien) in Gefäß-Kulturen gezogen wurden. Sie waren zum Teil in einem schlechten Zustand, weil King's Lomatia ein sehr anspruchsvolles und empfindliches Gewächs ist. Seit August 2009 versuchen nun die Royal Tasmanian Botanical Gardens, King's Lomatia zu klonen. Das Ziel von 50 neuen Pflanzen ist beinahe erreicht.

Erdgeschichtlich stammt King's Lomatia ebenfalls aus dem Tarantium (Jungpleistozän) (ca. 125.000 bis ca. 10.000 v. Chr.). Menschheitsgeschichtlich hat die Pflanze ihren Ursprung im Mittelpaläolithikum (300.000 bis 40.000 v. Chr.). Ein 1991 gefundenes fossiles Blatt der Pflanze deutet jedoch darauf hin, dass sie auch weitaus älter sein könnte. Leider konnte eine genetische Verwandtschaft zum noch lebenden Klon bisher nicht nachgewiesen werden.

Bis gegen Ende des Mittelpaläolithikum existierte zwischen dem australischen Kontinent und der heutigen Insel Tasmanien noch eine Landbrücke. Auf dieser Halbinsel siedelte sich vor knapp 40.000 Jahren das indigene Volk der Tasmanier (Tasmanian Aborigines) an. In der Region Cox Bight, also dem Standort der King's Lomatia, lebten bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Nachfahren der Gruppe der Needwonnee, die zum Stamme der Tugi gehörten. Das Volk der Tasmanier, das quasi über die gesamte Lebensdauer der King's Lomatia den gleichen Lebensraum teilte, wurde in einem grausamen Genozid, genannt Black War, binnen weniger Jahrzehnte Anfang des 19. Jahrhunderts während der britischen Kolonisierung Tasmaniens vollständig vernichtet. Die Tasmanier lebten bis dahin von und mit den endemischen Tier- und Pflanzenarten des Landes. Und da sie keine Technologie zur Besegelung des Meeres entwickelten, führten sie ebenfalls eine sehr isolierte Existenz.


Pando, Fish Lake, Fishlake National Forest, Utah, USA
Alter: mindestens 80.000 Jahre

(Das Bild stammt von Wikipedia.)

Pando oder auch The Trembling Giant genannt, ist das Klonkollektiv einer einzigen männlichen Amerikanischen Zitterpappel (Populus tremuloides). Auf einer enormen Fläche von 43 Hektar (43.000 Quadratmeter, das ist die Fläche von sechs! Spielfeldern der Allianz Arena in München) in 2697 Meter über Normalhöhennull befinden sich etwa 47.000 Stämme der Clonal Colony. Das Gewicht der gigantischen Pflanze wird auf etwa 6.615 Tonnen (6,615 Millionen Kilogramm, das sind etwa 4.000 Fahrzeuge der E-Klasse von Mercedes-Benz) geschätzt.

Da es sich bei dem Klonkollektiv um eine einzige männliche Pflanze handelt, kann diese sich als Windbestäuber nicht vermehren. Sie ist also auf andere Strategien wie zum Beispiel die Wurzelbrut angewiesen. Doch mit dieser extrem langsamen Methode wäre Pando niemals so großflächig geworden. Wie die Jurupa-Eiche in Kalifornien nutzt Pando in Utah die auch hier seit tausenden von Jahren regelmäßig auftretenden Waldbrände zur Vermehrung. Erst vor wenigen Jahren erkannte man, dass das Verhindern oder Eindämmen dieser natürlichen Brände den Bestand von Pando wesentlich gefährdet. Darum ging man dazu über, diese Waldbrände nur noch zu kontrollieren statt sie zu bekämpfen.

Der Name "Pando" stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet "ich breite mich aus". Pando wurde in den 1970er Jahren von Burton V. Barnes, einem Wissenschaftler der University of Michigan, entdeckt. Barnes war seinerzeit der Experte für die Amerikanische Zitterpappel.

Wie King's Lomatia stammt Pando erdgeschichtlich ebenfalls aus dem Tarantium (Jungpleistozän) (ca. 125.000 bis ca. 10.000 v. Chr.). Menschheitsgeschichtlich hat auch diese Pflanze ihren Ursprung im Mittelpaläolithikum (300.000 bis 40.000 v. Chr.). Allerdings sind sich die Wissenschaftler heute noch nicht einig, ob Pando nicht vielleicht doch viel älter sei, Barnes selbst vermutete, dass ein Klonkollektiv dieser Pflanze problemlos über 1 Million Jahre alt werden könnte!
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Ausstellung: Mode und Kosmetik der 1920er


Am Samstag den 22. August 2009 eröffnet im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte die Studioausstellung: Pailletten - Posen - Puderdosen. Modezeichnungen und Objekte der Zwanziger Jahre. Für CTHULHU-Spieler und Kulturwissenschaftler (wie mich) dürfte diese Ausstellung ein Genuß sein.


Hier der offizielle Ankündigungstext:
Eine Ausstellung der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Die Mode und mit ihr einhergehend ein neues Schönheitsideal verdeutlichen wie kaum etwas anderes das Lebensgefühl der "Goldenen Zwanziger Jahre". Gesellschaftliche Veränderungen führten nach dem Ersten Weltkrieg in der Damenmode zu einer regelrechten Befreiung. Der Verzicht auf das Korsett, fließende Materialien, immer kürzer werdende Röcke, aber auch das Tragen von Hosen brachten die neuen Typen der Garçonne und des Girls hervor.

Wie in der Mode vollzog sich auch in der Kosmetik ein Wandel. Waren Schönheits- und Körperpflege zuvor eine intime Angelegenheit, so wurden sie nun zum bevorzugten Gesprächs- und Werbethema. Dies führte nicht nur zu neuen Produkten, sondern brachte – wie am Beispiel der ausgestellten Puderdosen und Kosmetikaccessoires – eine Vielzahl attraktiv gestalteter Kosmetikartikel hervor.

Im Fokus der Ausstellung stehen rund 70 originale Modezeichnungen aus der Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek, Kunstbibliothek Berlin. Sie wurden von renommierten Künstlern großenteils als Druckvorlagen für die Presse gefertigt und spiegeln einerseits damalige Modeideale wie Jugendlichkeit oder Schlankheit, andererseits zeigen sie einen Querschnitt durch künstlerische Strömungen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (17,90 €).

Die Ausstellung läuft vom 22.08.2009 bis zum 25.10.2009.

Öffnungszeiten
Dienstag-Sonntag, 10.00-18.00 Uhr
Donnerstag, 10.00-20.00 Uhr
Montag geschlossen

Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hansastr. 3
44137 Dortmund
Telefon +49 231 50-2 60 28
Fax +49 231 50-2 55 11

Falls ihr übrigens noch Zeit und Muße haben solltet, könnt ihr im gleichen Museum einen Blick in die Ausstellung Berliner Impressionismus (20.06.2009 bis 11.04.2010) werfen. Besonders interessant an dieser Ausstellung finde ich, daß die Berliner Secession genannte Künstlergruppe den Expressionisten oppositionell gegenüberstand. Die antagonistischen Ausrichtungen der beiden Bewegungen führten gerade im Berlin der 1910er und 1920er Jahre zu einem fruchtbaren künstlerischen Klima. Das ist unter anderem daran zu sehen, daß mancher Künstler dieser Zeit sowohl Mitglied in der Berliner Secession als auch z.B. der Brücke oder anderer expressionistischer Gruppierungen war. Emil Nolde, Edvard Munch oder Erich Heckel sind nur drei bekanntere Beispiele für diese gegenseitige Befruchtung.

Hier der offizielle Text zur Ausstellung:
Diese Ausstellung widmet sich den farbensprühenden Werken des Berliner Impressionismus. Sie stammen aus dem Bestand der Nationalgalerie Berlin und wurden ausgewählt von Dr. Angelika Wesenberg, Nationalgalerie Berlin. Die Ausstellung ist Teil des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

In einer Welt des Umbruchs, Aufbruchs und Zusammenbruchs kurz vor dem Ersten Weltkrieg feierten die Künstler die heitere Seite des Daseins. Max Liebermann, Wilhelm Trübner, Max Slevogt, Lovis Corinth, Lesser Ury und Walter Leistikow bildeten den Kern der 1898 gegründeten Berliner Secession. Diese Vereinigung wandte sich radikal gegen den herrschenden Kunstbetrieb der staatlichen Akademien mit ihren pathetischen, historisierenden und angeblich moralisch erhebenden Themen.

Beeindruckt von den Errungenschaften des französischen Impressionismus zeigten die Künstler mit heller Palette und freiem Pinselstrich vor allem die einfachen Freuden des Lebens, einen Spaziergang am Meer, ein lichtdurchflutetes Zimmer oder einen geselligen Biergarten. Licht, Farbe, die Liebe zur Natur und der spontane Eindruck sind die Hauptakteure dieser freundlichen Gemälde.

Sobald ich beide Ausstellungen besucht habe, werde ich noch einmal kurz hier berichten und auch ein paar Photos präsentieren.
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[Archiv] 4E: Keep on the Shadowfell - Session 5

Was soll ich sagen? Es war Ende November letzten Jahres. Es war kalt. Wir hatten unser optimales Teamplay noch immer nicht gefunden. Darum ging bei einem Group Split unser Warlock Demotius drauf. Aber lest selbst. Am Ende wird mir vielleicht noch mehr zu dieser Session eingefallen sein.

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Nachtrag vom Freitag [28.11.2008]
Geflügelte Worte des Abends:

"Cleave mich mal frei!" (sagt der Paladin zum Fighter...)
"Mage down!" (sagt der Rogue zum Rest der Gruppe...)

Der Friedhof von Winterhaven wäre übrigens auch wieder gesichert. Der "Plot Twist" in diesem Encounter ging ein wenig an mir vorbei, weil ich mich an den entsprechenden NSC nicht mehr so ganz erinnern konnte. War aber glaub eh alles eher "Zaunpfahlmäßig" aufgebaut. Ansonsten waren wir uns in der ganzen Gruppe einig, das die dem Abenteuer beiliegenden Karten in den meisten Fällen für die völlig falschen Encounter gemacht wurden. Wozu brauch ich eine Karte vom Friedhof, der eh fast nur aus einer freien Fläche besteht? Wieso bekomme ich keine Karten von den ganzen Encountern in den Tunnelsystemen? Unser Spielleiter war stellenweise deswegen sichtlich genervt (zurecht!). Die Maps sollen das Spiel doch optisch unterstützen und bestimmte Encounter beschleunigen. Dann aber bitte auch für die Encounter vorhanden sein, bei denen es etwas umständlicher ist sie aufzuzeichnen...

Unabhängig davon war der Abend wieder mal ziemlich cool. Wir sind jetzt mit der ersten Ebene endgültig durch. Haben wahrscheinlich auch die letzte Geheimtür gefunden und so ziemlich jeden Encounter mitgemacht. Das Zusammenspiel der Gruppe klappt immer besser und dank einiger neuer Fähigkeiten aus dem "Martial Powers" Buch haben einige von uns nochmal ihren Charakter umgestellt. Unser Spielleiter ist da zum Glück sehr großzügig was das "umskillen" angeht. Ganz einfach weil wir alle erstmal noch ein Gefühl für unsere Charaktere und das Spielsystem bekommen müssen. Und allein vom Level her macht es in diesem Bereich eh keinen so großen Unterschied.

Was uns noch aufgefallen ist: Die ersten magischen Gegenstände die man so findet sich eigentlich fast alle an den Kämpferklassen orientiert. Bestimmt keine schlechte Idee, da die Kämpfer eh die Eckpfeiler der Gruppe sind. Für die übrigen Klassen sah es aber bisher eher dürftig aus. Ein "+1 Wand" für den Warlock und eine "Bloodcut Hide-Armor" für meinen Ranger. Der Rogue der Gruppe ist schon wieder leer ausgegangen, während der Paladin schon seinen vierten und der Fighter glaub seinen zweiten mag. Gegenstand hat.
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Loot!
Das wars. Meine bedauernswerte Schurkin Arsenique focht noch immer in ihrer Level 1-Ausstattung, während der blinkende Paladin der Truppe bereits drei magische Gegenstände am Mann führte! Warlock und Ranger waren ebenfalls mit einer magischen Waffe bzw. Rüstung ausgestattet und der Fighter des DM war auch versorgt. Die Geldkatze der Gruppe war noch mager wie ein räudiger Straßenstreuner. So ähnlich fühlte sich die Schurkin.

Unser DM versprach am Ende der Session 5, sich für die kommende Runde etwas einfallen zu lassen. Das hob meine Stimmung dann doch sehr und steigerte die Vorfreude auf die letzte Session in 2008.

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[Archiv] 4E: Keep on the Shadowfell - Session 4

Hier nun der Eintrag aus dem Archiv, der unter anderem von einer ganz unrühmlichen Session mit meiner Schurkin Arsenique berichtet. An viel kann ich mich nicht erinnern. Es war Winter, wir mußten die Scheiben des Autos freikratzen, bevor wir von der Session nach Hause fuhren. Ach ja, unser Dungeon Master leitete die Spielrunde im T-Shirt. Ich hoffe, es fällt mir noch mehr ein, sonst trägt meine Arsenique beim nächsten Mal D&D4E auch nur noch ein T-Shirt statt ihrer Lederrüstung... und das macht mehr Aua! als Freude.

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Nachtrag vom Freitag [21.11.2008]: Verdammt, D&D 4 fängt an mir richtig Spaß zu machen! Argh - damit hätte ich wirklich niemals gerechnet. Und obwohl das ganze Abenteuer an vielen Stellen ziemlich "cheesy" ist, macht genau das irgendwie den Reiz aus. Die einfachsten Handlungen machen manchmal halt doch irgendwie den meisten Spaß. Natürlich nicht immer - aber genau in dieser Runde passt es einfach in das Gesamtbild. Auch wenn solche Encounter mit "500+ XP" (mit endlos nachrückenden Minions...) quasi zum "Farmen" einladen, was eigentlich für ein Rollenspiel schon wieder zu absurd erscheint.

Weitere geflügelte Worte des Abends (nach zwei combat encountern und während eines längeren ersten non-combat encounter):

"Ich dachte ich bin hier zum Rollenspiel machen und nicht zum dumm Rumlabern!"

Ja ne, iss klar. Auf zum nächsten combat encounter! :-)

An diesem Abend hat übrigens auch unsere Tieflingsdame ins Gras gebissen. Sie erhält damit den Titel (Wälzereintrag^^) "Die Erste", was soviel bedeutet das sie wirklich der erste Charakter in unserer D&D Runde ist, den man in dem Tempel zur Wiederbelebung schleifen musste.

Naja, die erste Ebene des "Keeeep on thä Schädowfällll" haben wir weitgehend durch. Zurück in Winterhaven geht es jetzt erstmal gegen ein paar Untote vor, deren plötzliches Auftauchen ich irgendwie noch nicht so ganz einordnen kann. Mal abwarten, was das noch gibt.

Ach und nicht zu vergessen: Der Sprung von Lvl. 2 auf Lvl. 3 war auch noch drin. ;-)

Wie sind eigentlich eure Erfahrungen und Eindrück vom "Keep..." Abenteuer? Mal unabhängig davon das es natürlich sehr "Klassisch" ist. Spaßig? Oder doch eher öde? In erster Linie würden mich dabei die Meinungen von erfahrenen Rollenspielern interessieren, für die D&D aber trotzdem noch Neuland ist (ja, sowas gibt es...).
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Für diejenigen, die sich fragen, was der vormalige weltenschieber wohl mit "Wälzereintrag" gemeint haben könnte, hier eine kurze Erläuterung: Im MMORPG WARHAMMER ONLINE gibt es für jeden Avatar, also jede Spielfigur, ein Questtagebuch, genannt "Wälzer des Wissens" (im Original "Tome of Knowledge"). Für jeden Erfolg, jede Errungenschaft oder auch nur bestimmte Ereignisse bekommt der Avatar einen Eintrag in den Wälzer. (Im Englischen recht unprätentiös "Tome Unlock" genannt.)

Arseniques Titel "Die Erste" hat mittlerweile Gesellschaft bekommen. Meiner Rechnung nach verzeichnet ihr Wiederbelebungskonto drei Einträge; wenigstens damit ist sie ungeschlagen.

Vielleicht sollte ich mein Rollenspiel noch weiter reduzieren und die naturgegebene Neugier der Schurken-Klasse einfach ignorieren? Meist liegt mein Initiative-Wert an der Spitze, also schleicht Arsenique sich an den Gegner heran, teilt aus und sieht sich plötzlich umringt von gierigem Gezücht. Im Falle unserer Session 4 waren es ein paar Bogenschützen, die mich trotz leichten Schritts hörten und mit ihren Pfeilen spickten.

Trotz des ersten Heldentodes gefiel mir das Konzept D&D4E bereits damals recht gut. Nicht nur als Kulturwissenschaftler muß ich zugeben, daß die Narration dem Ludischen bei D&D4E deutlich unterliegt, dennoch oder gerade deshalb, sehe ich für mich auch in Zukunft einen großen Reiz in diesem Spielsystem. Vielleicht gehe ich an anderer Stelle mal in einen Diskurs zu diesem Thema. (Empfehlenswert sind hierzu u.a. die Publikationen von Espen J. Aarseth (Ludologe) und Henry Jenkins (Narratologe).) Wichtig war mir bisher jedoch der Spielspaß, denn den kann ich sowohl im einen als auch im anderen empfinden. Sprich: so lange ich mit Freunden Spaß am Spiel(en) habe, ist es mir egal, ob es mehr ein Rollenspiel oder ein Brettspiel ist. Es ist mir auch egal, in welcher Edition oder Tradition es steht. Wenn ich damit nicht gegen Moral und Gesetz verstoße, probiere ich es aus und heiße es für mich gut oder schlecht.

Ich weiß jedoch, daß ich heute bei einem Spiel mit, sagen wir, der ersten Auflage von DSA nicht mehr das empfinden werde, was ich empfand, als mein damals bester Freund JD an Ostern 1984 die erste Box DAS SCHWARZE AUGE mitbrachte. Dennoch sehe ich für mich weder einen Grund, DSA1 zu meiden oder es DSA4 vorzuziehen. Daß und ob man Mitspieler für das eine oder andere findet, gibt meist den Ausschlag, allerdings zeigen im allgemeinen die Jahrzehnte meines intensiven Spielens und im speziellen meine aktuellen Spielrunden mit diversen Mitspielern: so viel Spiel und so wenig Zeit.

Einen Ausweg scheinen wir mit der Idee meines weltenschieber-Vorgängers gefunden zu haben. Den "One-Shot Of The Month"! Gerade heute kündigte ST, einer unserer enthusiastischsten Mitspieler, an, im August einen ALIEN-One-Shot leiten zu wollen. Davon an dieser Stelle zur entsprechenden Zeit mehr!

In space no one will hear us scream.
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[Archiv] 4E: Keep on the Shadowfell - Session 3

Als ich mich entschloss, diesen Blog weiterzuführen, war für mich klar, dass ich auch einige Posts des Vorgängers übernehme. Vorwiegend wieder veröffentlichen werde ich diejenigen Beiträge, die sich auf Spielrunden beziehen, in denen auch ich aktiv bin.

Ich werde sie im Titel immer mit [Archiv] kennzeichnen. Außerdem werde ich die Posts kürzen, damit sie ausschließlich die Informationen zur jeweiligen Spielrunde enthalten -- denn ich bin sicher, euch interessieren die privatimen Angelegenheiten meines Vorbloggers eher nicht, und ihm selbst ist es auch nicht recht.

Sofern ich die betreffende Session noch im Gedächtnis oder dazu sogar die eine oder andere Aufzeichnung habe, lasse ich kommentierende Anmerkungen ein. Eventuelle Leserkommentare zum damaligen Post werde ich selbstverständlich nicht entfernen.

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Nachtrag vom Sonntag [12.10.2008]: [...] Im Prinzip habe ich nur das Vorgeplänkel vor dem eigentlichen Einstieg in das Keep verpaßt. Also ein paar rollenspielerische Begebenheiten und Befragungen in Winterhaven (super, genau das war mir eigentlich am Herzen liegt^^).

In dem Keep haben wir jetzt die ersten paar Räume erkundet. Den Eingangsbereich, ein paar Goblin-Schlaflager und eine Folterkammer (?!). Wiedermal gab es ein paar "Minions" zu verdreschen, was in diesem Fall aber sogar ganz witzig war. Alle Spieler in der Runde sind eigentlich erfahrene Rollenspieler, spielen aber ihre Charaktere gezielt "unerfahren". So wird zum Beispiel eine Tür auch einfach mal so aufgerissen, jemand wagt sich zu "weit" vor oder man begeht auch sonst den ein oder anderen kleinen Fehler. Ich denke, unser Spielleiter weiß das durchaus zu schätzen. Zumindest ich hatte das Gefühl, daß er bisher gut darauf eingegangen ist.


Alles in allem bekomme ich auch langsam ein Gefühl für den richtigen Einsatz der "Encounter Powers" und der "Daily Powers" (ich spiele eine "Human Female Ranger" Lvl 2). Zwar wirkt das ganze Spiel auf mich noch immer ziemlich "instanziert" bzw. "konstruiert", aber da ich mit WAR [Anm. d. weltenschiebers: WARHAMMER ONLINE] ja gerade eh wieder ein MMORPG spiele, passt das. Natürlich fallen mir aber dadurch die unglaublichen Annäherungen von D&D 4 an heutige MMORPG-Standards noch mehr auf! Andererseits: Ein MMORPG mit der "echten" Geselligkeit eines Gesellschaftsspiels oder Rollenspiels. Ganz ohne Skype oder TS [Anm. d. weltenschiebers: TeamSpeak], ganz ohne Bildschirm, Rechner und Maus. D&D 4 scheint da eine gelungene Brücke zu schlagen. Noch weit weg vom "echten Rollenspiel", aber durchaus ein interessanter "Hybrid", der aber noch Entwicklungspotential hat. Es bleibt abzuwarten, in welche Kerbe die zukünftigen Erweiterungsbücher (auch die der anderen Verlage) wohl schlagen werden.

Ich habe durch die Runde am Sonntag auf jeden Fall wieder deutlich mehr Lust an D&D 4 verspürt als nach der zweiten Sitzung. Diesen Goblinanführer in dieser Koboldhöhle hinter dem Wasserfall zu verhauen war mir einfach zu "computerspielmäßig".
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Soweit das erste Posting aus dem Archiv des vormaligen weltenschiebers. Die Session 3 war für mich meine erste in der D&D4E-Runde. An den Nachmittag und Abend erinnere ich mich noch recht gut, weil wir zunächst ohne unseren "Human Female Ranger Level 2" (Lidda) zu unserem Spielleiter 'Aufs Land' fahren mußten.

-------[Ich kannte den Weg dort hin gar nicht und unser Paladin Ezren war bisher jedes Mal nur hinterher gefahren. Prompt bogen wir falsch ab und kamen mit fast einer Stunde Verspätung an.]-------

Meine Schurkin (Tiefling) namens Arsenique war noch unbespielt. In D&D4E war ich gänzlich unerfahren. Ich hatte in den 1980er Jahre zwar kurz D&D gespielt und in den 1990ern ein paar Monate AD&D, aber meine umfangreichsten Erfahrungen mit dem System (AD&D) lagen doch eher im digitalen Spiel: Die Eye of the Beholder-Reihe hatte mich seinerzeit deutlich beeindruckt, ja geprägt.

Im tiefen Glauben an die Versprechen des bunten Players Handbook und an die vollmundige Verkündung, eine Striker-Klasse gewählt zu haben, stürzte ich mich in den Kampf. Die Enttäuschung kam prompt. Lidda, unsere Rangerin und Demotius unser Warlock machten deutlich mehr Schaden -- und starben nicht gleich in der ersten halben Stunde.

Da war ich anderes von meinem epischen Level 70 Schurken aus World of Warcraft gewohnt. Na gut, auch er fing einmal klein an, seinen ersten Tod erlitt er aber in den frühen 30er Leveln und nicht bereits nach 30 Minuten!

Retrospektiv betrachtet waren für meine Enttäuschung zwei Dinge verantwortlich:
1. Ich hatte eine Erwartungshaltung, die aufgrund von Erfahrungsmangel und überbordender Vorstellungen ziemlich verzerrt war.
2. Unser Teamplay war noch recht bescheiden.

Mittlerweile -- wir sind Level 5 und 6 und spielen H2 Thunderspire Labyrinth) -- konnten wir einige Erfahrungen sammeln und unser Teamplay definitiv verbessern. Wenn ich unsere letzte Session (ich werde davon noch berichten) und meine erste vergleiche, mag es so aussehen, als hätte sich für meine geliebte Arsenique in Bezug auf den schnellen Tod nichts geändert, aber das liegt ausschließlich am sogenannten Aggro-Management, wie die MMOler sagen. (Bedrohungskontrolle gefällt mir als deutschsprachiger Ausdruck dafür aber besser.)

Arsenique schleicht in einen Raum, erwischt den Boss, haut ein, zwei Encounter Powers raus, der Boss ist rasch bloodied, macht den Hulk und die zarte Schurkin ist schneller Orkfutter, als der Paladin "Lay on Hands" sagen kann. Hmmm. Im MMO zieht der Main Tank erst mal die Gegner(Gruppen) oder den Boss und tankt an; bei D&D4E ist das oft recht schwierig, da zum einen die Gegner in verschiedenen kleineren Gruppen stehen oder einzeln verteilt sind. Zudem ist die 'KI' bei D&D4E (auch Dungeon Master, kurz: DM, genannt) wesentlich, äh, besser. Das heißt, der DM kennt alle Schliche und Tricks, außerdem kennt er die Fähigkeiten der Spielercharaktere. Mit der Zeit wohl auch ihre diversen Powers und Skills. Somit ist jeder neue Encounter eine weitere Herausforderung.

DD down!
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Explosives Duell

Gestern Abend sollte es so weit sein: Mein guter Freund BB und ich wollten für unsere WINGS OF WAR-Duelle endlich die Höhenstufen-Regeln ausprobieren und einführen. Zum Aufwärmen entschieden wir uns für ein simples 2vs2. BB stellte seine neu erworbenen Maschinen vor -- beides Flugzeuge der Entente. Die französische Nieuport 17 mit Charles Nungesser als Piloten (Manöverdeck: I, Schadendeck: A, Schadenpunkte: 12) und die amerikanische AIRCO D.H.4 der American Expeditionary Force (Manöverdeck: H, Schadendeck: A/A, Schadenpunkte: 15).


I
ch entschied mich für meine beiden bewährten
Fokker D.VII (im Vordergrund unscharf zu sehen) mit Ernst Udet und Hermann Göring als Piloten (beide Manöverdeck: L, Schadendeck: A, Schadenpunkte: 16).

Nachdem wir verdeckt unsere Startpositionen ermittelt hatten, starteten wir mit brummenden Motoren Richtung Feindesland. Als wir uns in der Mitte des Niemandslands trafen, flogen Göring bereits die ersten Kugeln Nungessers um die Ohren; genauer gesagt beharkte der rückwärtige Copilot mein weißes Flugzeug mit einer ordentlichen Salve. Die ersten beiden Treffer säbelten mir sieben Punkte Schaden durch die Bespannung. Ich sah schon die frisch überholte Fokker das Segeltuch streichen...

Göring setzte zu einer scharfen Rechtskurve an und hatte Nungesser im Fadenkreuz -- genau in der Kernschußweite! BB zog zwei A-Schadenkarten. BÄM! Die Maschine explodierte, und Trümmer trudelten in die Tiefe. Acht Schadenkarten (eine für Udet (0 Schaden), sieben für Göring (13 Schaden)) später unterläuft Udet ein tragischer Flugfehler.

-------[Ich habe zwei Manöverkarten in der falschen Reihenfolge abgelegt: anstatt Immelmann, Gleitflug, kurze Linkskurve (Stall) legte ich Gleitflug, Immelmann, Linkskurve (Stall)...]-------

Damit war Udets Schicksal besiegelt. Göring traf aber nach einem erfolgreichen Immelmann frontal auf die AIRCO D.H.4. BB zog zwei A-Schadenkarten. WÄM! BÄM! Die Maschine verging in einem Feuerball, und wieder trudelten Trümmer in die Tiefe. Leider trudelte damit auch BBs Stimmung unbarmherzig in widrige Witterung. Der Vollblut-Ökonom hatte ohnehin bereits einen stressigen Tag (u.a. Klausurenkorrekturen, Baulärm im Haus) mit zermürbenden Zwischenfällen (bei denen er z.B. einen Seitenspiegel an einem parkenden Auto abfuhr) hinter sich. Nach dem Desaster mit den beiden Explosionen (das A-Schadendeck enthält 70 Karten, davon sind zwei Explosionen!) konnte ich BB nicht mehr dazu bringen, sich unserem eigentlichen Ziel des Abends zuzuwenden. Mein frisch gemahlener und traditionell gebrühter Espresso befeuerte nur noch BBs (verzweifelten und ergebnislosen) Versuch, die 'tödlichen' Zufallstreffer zu erklären, anstatt die durch das Koffein geweckte Restenergie im Luftkampf mit Höhenstufen-Regeln zu verpulvern. Nach etwa einer Stunde einigten wir uns darauf, daß die Chance, nach insgesamt 14 gezogenen A-Schadenkarten erneut eine der beiden Explosionskarten zu ziehen, bei 3% (BBs Schätzung) oder 5% (meine Schätzung) liegen muß. BB nahm sich die genauere Errechnung als Hausaufgabe mit ins Wochenende. An eine Fortsetzung unseres WINGS OF WAR-Abends war nicht zu denken.

-------[Ach ja, zu Anfang des Abends brach BB beim Auspacken seiner SPAD XIII mit Francesco Baracca (Italien) das Fahrwerk ab. Ich konnte es zum Glück wieder ankleben, aber damit war für BB der Abend schon unter einem schlechten Omen begonnen...]-------

Mit den Gedanken bei
Émile Borel und der Stochastik verabschiedete sich BB in den noch jungen Abend. Ich beseitigte traurig die Trümmer, leerte ein weiteres Radler und widmete mich dem Apfelstrudel, den meine Frau in der Zwischenzeit gebacken hatte.

Als Gutenachtgeschichte lief in der ARD der alte Michael Curtiz-Film "Helden der Lüfte" ("Captains of the Clouds", USA 1942). Treffend, oder?

Glück ab!
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Der Weltenschieber

der weltenschieber ist tot!
Es lebe der weltenschieber!

Schon lange hege ich den Gedanken, einen Blog zu meinen unterschiedlichen 'Spielereien' zu führen. In den letzten Jahren bekamen meine Mitspieler immer wieder laaaaange Emails mit vorbereitenden Texten oder Zusammenfassungen, wenn sie mal einen Spielabend versäumt hatten.

-------[Falls ihr nun vorauseilend frohlockt, irrt ihr -- leider. Ich wechsle nicht das Medium, ich vergrößere nur die Bandbreite meiner Kommunikation. Kritischer Treffer. Natürliche 20.]-------

Nachdem der ursprüngliche Besitzer und Initiator des weltenschieber-Blogs Anfang Juni seine Rastlosigkeit bekundete und die digitalen Blog-Welten hinter sich ließ, habe ich mich am letzten Wochenende während einer D&D4E-Runde entschlossen, diesen Blog zu übernehmen und weiter zu führen.

-------["Raider heißt jetzt Twix ...sonst ändert sich nix."]--------

Zur Zeit spiele ich in einer D&D4E- und einer WRAITH RECON-Runde mit. Es gibt noch eine WARHAMMER FANTASY-Gruppe, die in der The Enemy Within-Kampagne steckt, aber zur Zeit auf Eis liegt. Ich selbst leite die 7G-Kampagne im DSA4-System. Außerdem habe ich eine seit vielen Monaten offene 'Doppelfolge' im STAR TREK-Rollenspiel-Universum -- Doppelfolge aus zwei Gründen: 1. Weil die Vorlage für das Rollenspiel nun mal eine Fernsehserie ist und 2. weil das Abenteuer als "One-Shot Of The Month" gedacht war.

Weiterhin spiele ich mittlerweile regelmäßig WINGS OF WAR -- nachdem ich einen sehr guten Freund begeistern konnte und er gleich auf den Grundkonflikt British Empire vs. German Empire ansprang, liefern wir uns seit dem heiße Dogfights.

-------[Ratatatatataa.]-------

Für meine Flugzeugmodelle baue ich gerade einen Aufbewahrungsbehälter. Dazu aber später mehr. Außerdem habe ich noch ein weiteres Projekt, das ich zur Zeit verfolge: ich baue ein digitales Spielbrett aus einem großen LCD-Fernseher. Aber auch dazu später mehr.

Ansonsten lasse ich mich für viele Rollen-, Brett- oder auch Computerspiele hinreißen, die mir auch nur annähernd interessant erscheinen. Ab und an tröpfelt aus meiner Feder auch mal eine Rezension für Ringbote. Hätte der Tag 36 Stunden, wäre ich damit aber nicht fleißiger. Wahrscheinlich würde ich noch viel mehr lesen.

-------[Soeben habe ich die Famous Five-Reihe bzw. die Fünf Freunde-Reihe von Enid Blyton komplett zu Ende gelesen. Ich habe mir immer einen Band auf Englisch vorgenommen, danach die ursprüngliche deutsche Übersetzung. Wußtet ihr, daß Blyton die Reihe bereits 1942 begann und mit Band 21 im Jahr 1962 endete? Spannend auch, daß erst nach dem 2. Weltkrieg (1953 der erste Band) die deutschen Übersetzungen heraus kamen. Die Neuübersetzungen von Ende der 1990er Jahre finde ich übrigens unerträglich.]-------

Momentan liegen "Sara" von Stephen King und "Die weiße Pest" von Frank Herbert auf meinem Nachttisch. Den King-Roman lese ich zum ersten Mal, den Herbert lese ich aus nostalgischen Gründen zum zweiten Mal. Meine Erstausgabe von Herberts Roman hat sich erstaunlich gut gehalten; als ich sie 1984 kaufte, hatte mich das Buch so sehr gefesselt, daß ich das neu entdeckte DSA und meine Perry Rhodan-Silberbände für ein paar Tage völlig vergaß.

Nun. Die Welten schieben sich ineinander -- sie driften. Und ich treibe mit. Wer ein Stück mit mir driften will, ist herzlich eingeladen.

Willkommen in meinen Welten!
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